Ein Jahr in unserer heutigen Zeit verfliegt sehr schnell. Schon wieder Weihnachten, Neujahr, Ostern, … . Am liebsten würde man manchmal gerne den Pause-Knopf drücken und den Moment genießen. Ich schaffe das mit einem schönen Buch, das ich im Sommer in unserer Hängematte im Garten lese, oder wenn ich an meinen Projekten arbeite. Aber wie sah das im Mittelalter aus, waren die Menschen froh um jeden Moment, der schnell vergeht, oder wollten sie – genauso wie ich – den Moment genießen?
Das Buch „Ein Jahr im Mittelalter“ von Tillman Bendikowski lässt euch in das Leben der Gesellschaft der damaligen Zeit eintauchen und bringt euch das dortige Gefühl der Zeit etwas näher.
Angefangen mit einem Fest in Köln 1164, bei dem die Gebeine der Heiligen Drei Könige in der deutschen Stadt eintreffen, über die Liebe und das Sterben und damit sicher auch den christlichen Glauben, bis hin zum Bau mit Steinen, könnt ihr euch hier einen ersten guten Eindruck über das alltägliche Leben im Mittelalter machen.
Bendikowski schreibt in einer erzählerischen Weise, was den Inhalt des Buches sehr verstänlich macht, obwohl es doch eher ein wissenschaftliches Werk ist. Dabei sind über den ganzen Text verteilt viele Bilder, teilweise aus späteren Jahrhunderten, aber auch aus Manuskripten wie dem Sachsenspiegel oder Fotographien von jetzt noch stehenden Kirchen, Burgen, etc.. Weiterhin führt er auch viele Zitate aus alten Rechtstexten, Chroniken und Briefen auf. Sucht ihr nach weiterführender Literatur, ist mit vielen Anmerkungen im Text darauf verwiesen, oder ihr schaut in dem neun Seiten langen Literaturverzeichnis nach.
Alles in allem fand ich es sehr interessant das Jahr im Mittelalter lesend zu erleben. Sich in die damalige Zeit hineinzuversetzten schafft man auf alle Fälle! Wenn ihr aber nach Anhaltspunkten für eure Reenactment-Darstellung sucht muss ich euch leider enttäuschen, viel Input bekommt ihr hier leider nicht.
Ein großer Pluspunkt für mich war, dass sehr oft von Friedrich Barbarossa die Rede war. Mit diesem deutschen Kaiser, der 1152/55 bis 1190 herrschte, habe ich mich in letzter Zeit ein wenig mehr beschäftigt, schon allein, da ich die ganze Buchreihe von Sabine Ebert gelesen habe. Aber das ist schon eine andere Buchempfehlung, die ich euch definitiv in nächster Zeit vorstellen werde.

